mein weg zur malerei

Auf der Suche nach einem entspannenden Ausgleich zu meinem Beruf habe ich die Malerei entdeckt. Kreatives Gestalten hat schon in der Schule eine große Faszination auf mich ausgeübt.

Im Sommer 1985 verbrachten mein Mann und ich unseren Urlaub auf Sylt, in einem kleinen Dünendorf zwischen Kampen und List - KLAPPHOLTTAL -. Ein Ort für den musischen Mensch. Der Tag fängt an mit dem Morgensingen und endet mit einem Konzert, Tanz oder Theaterspiel, dazwischen kann man Atmen und Entspannen, Malen Autogenes Training lernen, Schwimmen, Vorträge hören, Watt- und vogelkundliche Wanderungen unternehmen oder am Strand Volleyball spielen, wenn es das Wetter zuläßt.

Ein ideales Umfeld für unverkrampftes, kreatives Arbeiten. Diese Malkurse sind sehr beliebt, meist hoffnungslos überfüllt, die Werkstatt zu eng und somit für den Kursleiter ein schwieriges Unterfangen Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen zu fordern. Um so erstaunlicher welch schöne Arbeiten in den Kursen entstehen, wenn man selbst malt, sieht man die Bilder aus einem ganz anderem Blickwinkel. Die ersten Aquarelle aus diesen Kursen hüte ich wie einen Schatz.

Das Malen fasziniert - und vereinnahmt mich total, zeitweise schien es, als wäre ich einer Sucht verfallen.

Ich sehe jetzt die Welt mit anderen Augen und habe den Wunsch alles in Bildern festzuhalten.

Viele Kurse folgten, auch einige Malreisen, z.B. nach Vance (Südfrankreich) im Hause von Matisse das ganz in der Nähe seiner Kapelle liegt - und immer wieder Klappholttal. Auf den Reisen mache ich Skizzen und Aquarellstudien, wenn sie nicht ganz der Malerei gewidmet sind.

Während unserer Münchner Zeit verbrachten wir die Wochenende in einem alten Forsthaus am Waldrand, hier konnte ich in die Landschaften eintauchen, bei Föhn lag die ganze Alpenkette vor unserem Gartentürl.

Die Jahreszeiten im Wald, die Moorseen mit ihren Schilfgürteln und den dunkelbraunen Rohrkolben, die in der herbstlichen Abendsonne leuchten. Im Winter der glitzernde Schnee auf den Zweigen, die zugefrorenen Seen, Bäche und Tümpel und nicht zuletzt das Frühjahr mit der Schneeschmelze auf dem schwarzen Ackerboden. Oder die spannenden Perspektiven, vom Berggipfel in`s weite Land zu schauen, unterm Baum liegend durch das Astwerk den Himmel zu betrachten; jede Wolke verändert das Licht.

Die Vielfalt des Wassers, das scheinbar farblos die ganze Farbpalette der Schöpfung widerspiegelt, dessen Rhythmus mich an das Klangspiel von Bach Kantaten erinnert und dies alles in`s Bild zu bringen, mich viel Anstrengung, Freude und Verzweiflung kostet.

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